Am Donnerstagnachmittag versammelte sich die österreichische Medienbranche in Seefeld bei der Sonderedition des Europäischen Mediengipfels 2026. Die Veranstaltung beleuchtete zentrale Entwicklungen der heimischen Medienlandschaft, den regionalen Medienmarkt sowie bevorstehende Reformen. Moser Holding CEO Silvia Lieb eröffnete die Veranstaltung gemeinsam mit dem Organisator und ProMedia-Geschäftsführer Stefan Kröll und war Teilnehmerin bei einer prominent besetzten Podiumsdiskussion.
Die Zukunft regionaler Redaktionen
Unter der Leitung von Corinna Milborn (Pro7Sat1Puls4 GmbH) diskutierte sie mit Esther Mitterstieler (Landesdirektorin ORF Tirol), Xenia Daum (Geschäftsführerin Kleine Zeitung) und Friedrich Dungl (GF Verband der Regionalmedien Österreich). Im Fokus standen die Bedeutung von Kooperationen und die Notwendigkeit einer fairen Medienförderung.
Silvia Lieb betonte die starke Verankerung der Tiroler Tageszeitung in der Region: „Die TT gehört zur DNA Tirols und verzeichnet heute aufgrund unserer konsequent verfolgten Digitalstrategie insgesamt mehr Leserinnen und Leser als zur Jahrtausendwende. Um nachhaltig erfolgreich sein zu können, brauchen wir jedoch faire Rahmenbedingungen.“
Ihre zentralen Forderungen für einen zukunftsfitten Regionaljournalismus sind dabei:
- Zustellförderung: Die Förderung im Bereich der Zustellung sollte ehestmöglich beschlossen werden, damit nicht nur, aber insbesondere in ländlichen Regionen die mediale Grundversorgung weiterhin gewährleisten wird.
- Mut zur Zusammenarbeit und Abgrenzung: Es braucht mehr Kooperationen innerhalb der Medienbranche, um Synergien bestmöglich zu nützen. Gleichzeitig soll der öffentlich-rechtliche Auftrag des ORF auf die neuen Gegebenheiten von heute und morgen angepasst werden.
- Schutz des heimischen Marktes: „Wir müssen unseren Markt auf nationaler und europäischer Ebene gegenüber den Tech-Giganten schützen, so wie andere Länder das auch tun“, so Lieb. Aktuell haben die Angebote der Tech-Riesen gegenüber heimischen Angeboten neben ihrer Technologieführerschaft zusätzlich einen relevanten Wettbewerbsvorteil, weil sie faktisch nicht von der strengen Regulatorik in Europa betroffen sind.
Mattle präsentierte Mediennutzungs-Studie des Landes
Auch Landeshauptmann Anton Mattle unterstrich in seinem Impulsreferat die Bedeutung der Regionalmedien. Er kündigte einen medienpolitischen Antrag zur Stärkung der Medienvielfalt an, den er im Rahmen der Landeshauptleutekonferenz präsentieren wird. Eine vom Land Tirol durchgeführte Studie, die der Landeshauptmann ebenfalls vorstellte, belegt die hohe Relevanz der Regionalmedien – und insbesondere der TT – für die Tiroler Bevölkerung. Die Ergebnisse der Studie finden Sie hier: Mediennutzungsanalyse Tirol 2025
Spannung um die ORF-Wahl
Neben der Zukunft der Medienlandschaft sorgte ein weiteres Thema für Gesprächsstoff: Wer wird nächste/r Generaldirektor/in des ORF? Die Anwesenheit von drei potenziellen Kandidatinnen und Kandidaten – APA-Vorstand Clemens Pig, dem ehemaligen ProSieben-Sat.1-Puls4-Chef Markus Breitenecker sowie der amtierenden Generaldirektorin Ingrid Thurnher – verlieh der Veranstaltung zusätzliche Spannung.